Warum Kommunen und Betriebe auf LED umstellen
Ältere Straßenleuchten arbeiten oft noch mit Natriumdampf-, Halogen-Metalldampf- oder sogar Quecksilberdampflampen. Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) dürfen in der EU seit 2015 nicht mehr in Verkehr gebracht werden – Ersatz wird damit zum Problem.
- Energie: LED-Straßenleuchten erreichen hohe Lichtausbeuten, die Serie 16 zum Beispiel bis zu 167 lm/W.
- Lichtlenkung: Moderne Optiken bringen das Licht auf Fahrbahn und Gehweg statt in Vorgärten und den Nachthimmel.
- Wartung: Lange Lebensdauer und robuste Gehäuse reduzieren Einsätze mit Hubsteiger.
- Steuerbarkeit: Nachtabsenkung und Sensorik lassen sich einfach umsetzen.
Normen und Beleuchtungsklassen
Die Straßenbeleuchtung wird nach der europäischen Normenreihe DIN EN 13201 geplant. In Deutschland unterstützt die DIN 13201-1 bei der Auswahl der passenden Beleuchtungsklasse. Die Normen unterscheiden grob:
- M-Klassen für Straßen mit motorisiertem Verkehr – bewertet wird die Leuchtdichte der Fahrbahn.
- C-Klassen für Konfliktzonen wie Kreuzungen und Kreisverkehre.
- P-Klassen für Wohnstraßen, Fuß- und Radwege, Parkflächen – bewertet wird die Beleuchtungsstärke.
| P-Klasse | Mittlere Beleuchtungsstärke (Wartungswert) |
|---|---|
| P1 | 15 lx |
| P2 | 10 lx |
| P3 | 7,5 lx |
| P4 | 5 lx |
| P5 | 3 lx |
| P6 | 2 lx |
Welche Klasse zu welcher Straße passt, hängt von Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeit, Umgebung und Nutzung ab. Ob und in welchem Umfang eine Straße beleuchtet werden muss, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt und richtet sich unter anderem nach Landesrecht und der Verkehrssicherungspflicht.
Straßenbeleuchtung günstig umrüsten – so geht es
Günstig heißt nicht billig. Die günstigste Anlage ist die, die über ihre Lebensdauer am wenigsten kostet: Anschaffung, Strom, Wartung und Ersatz zusammen. Diese Stellschrauben machen den größten Unterschied:
- Masten weiter nutzen: Sind Masten standsicher und Leitungen intakt, entfallen Tiefbau und Fundamente.
- Passende Optik statt mehr Leistung: Eine gut gewählte Lichtverteilung erreicht die Beleuchtungsklasse mit weniger Watt.
- Nachtabsenkung einplanen: In verkehrsarmen Stunden reduzierte Leistung spart dauerhaft.
- Qualität bei Treiber und LED: Überspannungsschutz, Temperaturbereich und Lebensdauer entscheiden, ob die Leuchte zehn Jahre und länger ruhig läuft.
- Direkt beim Hersteller anfragen: TRiALED fertigt in Deutschland und ist preislich wettbewerbsfähig – auch bei größeren Stückzahlen.
Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
Pauschale Preise pro Lichtpunkt sind wenig aussagekräftig, weil sich Projekte stark unterscheiden. Die wichtigsten Kostentreiber:
| Position | Einfluss auf die Kosten |
|---|---|
| Leuchte inkl. Optik und Treiber | Mittel – abhängig von Leistung und Ausstattung |
| Leuchtentausch auf vorhandenem Mast | Gering |
| Neuer Mast mit Fundament | Hoch |
| Kabel und Tiefbau | Sehr hoch, abhängig von Strecke und Untergrund |
| Steuerung, Nachtabsenkung, Sensorik | Gering bis mittel |
| Demontage und Entsorgung | Gering |
Für eine belastbare Kalkulation brauchen wir die Anzahl der Lichtpunkte, Masthöhen, Mastabstände, vorhandene Leuchten und die gewünschte Beleuchtungsklasse. Die mögliche Stromersparnis können Sie mit dem LED-Einsparrechner grob abschätzen.
Förderung für LED-Straßenbeleuchtung
Für Kommunen gab es in den vergangenen Jahren Förderung für die Sanierung von Außen- und Straßenbeleuchtung, insbesondere über die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative. Förderprogramme, Quoten und Bedingungen ändern sich jedoch regelmäßig.
Prüfen Sie vor Projektbeginn die aktuellen Bedingungen beim zuständigen Projektträger – ein Antrag muss in der Regel vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Gerne unterstützen wir Sie mit den technischen Unterlagen, die für einen Antrag nötig sind.
Insektenschutz und Lichtverschmutzung
Künstliches Licht beeinflusst nachtaktive Insekten und andere Tiere. Das Bundesnaturschutzgesetz enthält Regelungen zum Schutz von Insekten vor Lichtimmissionen, zusätzlich gibt es Vorgaben der Länder. Bei neuen Anlagen und Umrüstungen sind deshalb sinnvoll:
- Leuchten ohne Lichtabstrahlung nach oben
- Warmweiße Lichtfarben, häufig 3.000 K oder wärmer
- Nur so hell wie nötig, mit Nachtabsenkung
- Präzise Optiken, die nur die zu beleuchtende Fläche treffen
So läuft ein Umrüstprojekt ab
- Bestandsaufnahme: Lichtpunkte, Masten, Leuchten, Schaltung
- Festlegung der Beleuchtungsklassen und Lichtberechnung
- Wirtschaftlichkeitsrechnung und gegebenenfalls Förderantrag
- Angebot und Bemusterung
- Montage, Inbetriebnahme, Dokumentation
Häufige Fragen
Wie viel kostet die Umrüstung einer Straßenleuchte auf LED?
Das hängt vor allem davon ab, ob der vorhandene Mast weiter genutzt werden kann. Beim reinen Leuchtentausch bleiben die Kosten überschaubar, neue Masten mit Tiefbau erhöhen sie deutlich. Für eine seriöse Zahl brauchen wir die Projektdaten.
Welche Norm gilt für Straßenbeleuchtung?
Geplant wird nach der Normenreihe DIN EN 13201. In Deutschland unterstützt die DIN 13201-1 bei der Auswahl der Beleuchtungsklasse.
Wie hell muss eine Wohnstraße beleuchtet sein?
Wohnstraßen und Wege werden meist nach P-Klassen geplant, zum Beispiel P4 mit 5 lx oder P5 mit 3 lx mittlerer Beleuchtungsstärke. Die passende Klasse ergibt sich aus der konkreten Situation.
Gibt es Förderung für LED-Straßenbeleuchtung?
Für Kommunen gab es Förderung über die Kommunalrichtlinie. Die Bedingungen ändern sich regelmäßig, deshalb sollten sie vor Projektbeginn beim Projektträger geprüft werden.
Kann LED-Straßenbeleuchtung nachts gedimmt werden?
Ja. LED-Leuchten lassen sich stufenlos dimmen, zum Beispiel mit zeitgesteuerter Nachtabsenkung oder Bewegungssensoren.


